Babisnauer Pappel
 
 
 

Die Babisnauer Pappel ist eine weithin sichtbare Landmarke, ein beliebtes Wanderziel, wunderschöner Ausichtspunkt und eines der bedeutendsten Naturdenkmale im Süden Dresdens. Sie steht auf dem ansonsten kahlen Zughübel an der Grenze zwischen den Gemeinden Bannewitz, Ortsteil Golberode, und Kreischa, Gemeindeteil Babisnau. Die Regionalgruppe „Goldene Höhe” pflegt den Baum und sein unmittelbares Umland gemeinsam mit der Ortsgruppe Babisnau im Landesverein Sächsischer Heimatschutz und dem Heimat- und Fremdenverkehrsverein Kreischa.

Eigentlich sind es zwei Bäume, die aus der Ferne als eine Silhouette wahrgenommen werden. Die Bismarck-Eiche hat fast die Größe der Pappel und verschmilzt mit ihr. Und ein weiteres Bäumchen, eine Nachpflanzung, ist 2006 dazu gekommen.

Die Babisnauer Pappel – eine Schwarzpappel – ist auch eine botanische Rarität. Von dieser Art gibt es in Sachsen weniger als 200 Exemplare. Unser Baum ist über 200 Jahre alt. Er hat einen Stammumfang von über 5 m, eine Höhe von gegenwärtig 17 m und er besticht durch sein knorriges, vom Wind zerzaustes Aussehen.

Zur Geschichte:

1808   Der Babisnauer Bauer Johann Gottlob Beck pflanzt die Pappel am Feldrand.
1866   Im Krieg gegen Preussen bauen sächsische Pioniere eine Beobachtungsplattform in den Baum.
1884   Der Nachfolger Becks, Bauer Gießmann, will die Pappel fällen. Um sie erhalten zu können, kauft der Gebirgsverein für die Sächsisch-Böhmische Schweiz den Baum und pachtet das dazugehörige Land. Fünf Jahre später kauft der Verein das Land, auf dem der Baum steht.
1885   Das erste hölzerne Aussichtsgerüst für Wanderer wird gebaut. Es wird 1922 erneuert.
1890   Die Bismarck-Eiche wird gepflanzt.
1937   Die Pappel wird als Naturdenkmal unter staatlichen Schutz gestellt.
1963   Von der Gemeinde Bärenklause-Kautzsch wird der Bau einer Aussichtsplattform aus Metall neben der mittlerweilen volkseigenen Pappel veranlasst.
1996   Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz erwirbt die Pappel.
1999   Die jetzige Aussichtsplattform wird errichtet.
2006   Eine 13-jährige Schwarzpappel wird von Vereinsmitgliedern gepflanzt. Sie war vom Vorsitzenden der Ortsgruppe Babisnau, Herrn Ruhtz, aus einem Steckling des alten Baums gezogen worden.
2008   Am 16. August feiern mehr als 500 Besucher den 200. „Geburtstag“ der Pappel. Im Dreiseithof der Familie Ruhtz in Babisnau, dem ehemaligen Beck´schen Hof öffnet eine temporäre Ausstellung über den Baum.
2009   Ein steinerner Tisch und Bänke wurden – gesponsert von einer Dresdner Spenderfamilie – als Imbissplatz für Wanderer aufgestellt und am Himmelfahrtstag, den 21. Mai, mit einem Festakt eingeweiht.

Zu den jährlichen Pflanz- und Pflegeaktionen der Regionalgruppe wird das Umfeld der Pappel regelmäßig gepflegt und von Abfall gesäubert. Zwischenzeitlich war die steinerne Tischplatte von Vandalen beschädigt worden und musste repariert werden.

(Stand Januar 2017) 
 

 
Lageplan
Lageplan
 
Ansicht Ost
 
Naturdenkmal
 
Besucher am 16.08.08
 
Musikkapelle
 
Festrede
 
200-Jahr-Feier
 
Ausstellung
 
Ansicht West
 
Steinerner Tisch
 
Inschrift