Eiszeitlicher Findling
 
 
 

Unweit des Sportplatzes der Mittelschule Bannewitz am Anfang des Lehrpfad „Baum des Jahres” liegt seit kurzem ein großer Stein von etwa 1,8 m Durchmesser und 8,5 t Gewicht. Es ist ein eiszeitlicher Findling aus der benachbarten stillgelegten Kiesgrube - ein Naturdenkmal. Auf Initiative der Regionalgruppe „Goldene Höhe” im Landesverein Sächsischer Heimatschutz wurde er im August 2006 umgesetzt, um ihn hier als Sehenswürdigkeit zu bewahren. Er besteht aus einem grobkörnigen Granit, der nach seiner Struktur und Textur zu urteilen, nur aus Skandinavien stammen kann.

Der Findling markiert die Grenze der maximalen Ausbreitung des skandinavischen Gletschereises in der Elster-Eiszeit des Pleistozäns. Es war die erste von drei nachweisbaren Vergletscherungen Nordeuropas, die nach neuesten Erkenntnissen ihren Höhepunkt vor etwa 250.000 Jahren hatte. Damals breitete sich das skandinavische Kontinentalgletscher bis in das Vorland des Erzgebirges aus. Beim Abschmelzen der Gletscherfront blieb der Findling zurück. Aus diesem Fund und anderen kleineren Steinblöcken mit Durchmessern von 0,5 - 1 m ist erkennbar, dass das Gletscher bei seinem maximalen Vorstoß im Gemeindegebiet Bannewitz bis an den Nordhang von Horkenberg und Gohlig reichte. Und daraus geht hervor, daß damals die Ortslagen von Cunnersdorf, Boderitz, Bannewitz und Goppel von einem mächtigen Eispanzer bedeckt waren, während die anderen Ortsteile vor der Gletscherfront in einer von Schmelzwässern durchtosten arktischen Wüste lagen.

Bei der Umsetzung des Findlings, der Gestaltung des neuen Standorts und beim Aufstellen einer Informationstafel erhielt die Regionalgruppe „Goldene Höhe” großzügige Unterstützung von Grundstückseigentümern, der ortsansässigen Baufirma Bau-Haupt und des Vermessungsbüros Kraft sowie von Gemeindeverwaltung und Ortschaftsrat Bannewitz.

Im Laufe der Jahre mussten die Mitglieder der Regionalgruppe feststellen, dass auch ein 8,5 t – Stein nicht vor Beschädigungen gefeit ist. Mehrmals mussten Graffiti beseitigt und die Informationstafel nach 7 Jahren erneuert werden.

(Stand Januar 2017) 
 

 
Lageplan
Lageplan
 
Alter Standort
 
Umsetzung des Findlings
 
Umsetzung des Findlings
 
Umsetzung des Findlings
 
Enthüllung
 
Neuer Standort