Streuobstwiese – Zustand Juli 2014
 
  Streuobstwiese in Possendorf
 
 
 

Nach einer großzügigen Schenkung an den Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. wurde im Jahre 2010 eine stark verwilderte und ca.2000 m² große Obstwiese der Regionalgruppe „Goldene Höhe“ zur Betreuung und Pflege übergeben. Die Regionalgruppe machte es sich zur Aufgabe diese Wiese wieder herzurichten und fachgerecht sowie umweltfreundlich zu bewirtschaften.

Streuobstwiesen sind landschaftsprägende Anpflanzungen von hochstämmigen Obstbäumen in der Nähe von Ortschaften. Es sind Biotope, die auch in Sachsen immer seltener werden. In Possendorf sind es Obstwiesen auf relativ schmalen Flurstreifen, den sogenannten Hausstrichen, rechts des Possendorfer Bachs von der Bebauungsgrenze der Bauernhöfe bis zur Feldflur. In diesem Areal befindet sich das geschenkte Grundstück. Die Bäume sind traditionell in Reihen gepflanzt. Dies war früher vorteilhaft bei der Grasmahd und Heugewinnung. Wurden die Wiesen außerdem für die Beweidung genutzt, so waren sie eingezäunt. Die alten Obstbäume waren und sind zur Blütezeit eine Augenweide und das Obst ein Gaumenschmaus. Es konnte und kann immer noch vielfältig verarbeitet werden. Durch die spezielle Nutzungsart der Wiesen über viele Jahrzehnte hinweg konnte sich eine artenreiche Tier- und Pflanzengesellschaft einstellen.

Ab März 2011 erfolgten erste Arbeiten auf der geschenkten Fläche, nämlich Grasmahd, Bau eines Zauns und Beseitigung von Buschwerk. Im Januar 2012 wurden sechs haushohe Fichten gefällt. Der Bauhof der Gemeinde entsorgte die Äste. Im März 2012 wurde eine verwilderte Hecke durch eine Garten- und Landschaftsbaufirma fachgerecht zurückgesetzt und gestapelt. Nach mehr als einem Jahr der Trocknung setzten Mitglieder der Regionalgruppe den Stapel nochmals um und verbrannten mit Genehmigung das dürre Reisig. Damit wurde ab Frühjahr 2013 die Fläche frei für eine Beweidung mit 2 Schafen – lebenden Rasenmähern in einem mobilen Gatter. Zwischenzeitlich wurde die Wiese für die Aktion „Pro Jugend“ genutzt, wobei die Mitglieder der Jugendfeuerwehr unter Anleitung zwei Nisthilfen für Insekten, sog. Insektenhotels, anfertigten und montierten.

Nach all den nötigen Vorarbeiten konnten endlich im November 2013 dreizehn Obstbäume in vorhandene Lücken gepflanzt werden - alles alte Sorten - und weitere zur Frühjahrspflanzung 2014. So kommt die Regionalgruppe ihrem Ziel, eine traditionelle Obstwiese als wertvolles Landschafts- und Naturschutzelement zu bewirtschaften, immer näher.

Bei der Beweidung mit den Schafen gab es dann doch diverse Probleme und deshalb wurde 2015 die Wiese maschinell gemäht und gemulcht. Andererseits konnte ein Imker gewonnen werden, der dort einige Bienenvölker betreute. Aber auch mit den Bienen gab es ein Problem, denn ein Volk hatte sich geteilt und ein Schwarm hing in Nachbars Garten an einem Baum.
So wird die Regionalgruppe auch in Zukunft nach bestmöglichen Lösungen bei der Bewirtschaftung der Obstwiese suchen und weitere Aktivitäten folgen lassen. Die Ernten 2014 und 2016 waren gut, der gepresste Saft köstlich und die Äpfel lecker. Der gepresste Saft war einfach köstlich und in kürzester Zeit zum Selbstkostenpreis verkauft.

Die Obstwiese befindet sich an der Oberen Bergstraße. Von der Kreischaer Straße kommend ist es das zweite Gartengrundstück auf der rechten Seite.

(Stand Januar 2017) 
 

 
Streuobstwiese bei Übernahme
 
Zaunbau
 
Zustand März 2012
 
Zustand April 2012
 
Bau eines Insektenhotels
 
fleißige Helfer
 
Neupflanzung 	
alter Sorten
 
Zustand Juli 2014