Rekonstruktion und Sanierung der Triangulationssäule Gohlig
 
 
  Die Säule wurde 1865 im Rahmen der Arbeiten zur „Mitteleuropäischen Gradmessung” und „Königlich Sächsischen Triangulirung” auf dem Gohlig errichtet. Sie besteht aus dem Sandstein des unmittelbar benachbarten Steinbruchs. Ihre Höhe beträgt 4 m. Heute wird sie als technisches Denkmal geführt.
 
Die Säule war ein Festpunkt der Landesvermessung, die unter Leitung von Prof. August Nagel im Königreich Sachsen in den Jahren 1862 – 1890 ausgeführt wurde. Dabei war die Station Gohlig ursprünglich für die Gradmessung im Netz I. Classe konzipiert, was an ihrer Gestaltung und Beschriftung erkennbar ist. Sie wurde später wegen Sichtproblemen zu benachbarten Stationen in das Netz II.Classe integriert. Die beiden Netze für das Königreich Sachsen umfaßten 158 Punkte. Damit verfügte Sachsen auf dem Gebiet der Landesvermessung über eines der modernsten Lagenetze Deutschlands in dieser Zeit.
 
Im Laufe der Jahrzehnte geriet die Säule in Vergessenheit. Mit dem Niedergang und Verfall der Gaststätte „Goldene Höhe” holte sich die Natur dieses Gelände zurück. Dichtes Strauchwerk wucherte um die Säule. Vielleicht war das ein Glücksfall, denn so blieb sie uns – wenn auch verwittert und etwas beschädigt – erhalten.
 
2001 wurde das Vorhaben Rekonstruktion und Sanierung der Triangulationssäule zur Schwerpunktaufgabe der Regionalgruppe „Goldene Höhe”. Zwischen dem Grundstückseigentümer und dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. wurde, unterstützt durch die Gemeinde Bannewitz, eine notarielle Vereinbarung über die dauerhafte Nutzung und Pflege von 1000 Quadratmetern um die Säule getroffen. In vielen Arbeitseinsätzen wurde das Gelände von Wildwuchs und Unrat beräumt und Ergänzungspflanzungen vorgenommen. Es entstanden neue Wege und Abgrenzungen. Insgesamt mehr als 500 Std. freiwilliger Arbeit wurden von den Mitgliedern der Regionalgruppe, der AG Naturschutz/Landschaftspflege sowie engagierten Bürgern der Gemeinde Bannewitz geleistet.
 
Für die Sanierung der Triangulationssäule, aber auch für die Gestaltung des Umfeldes mit Wegen, Bänken, Informationstafeln, einer Fußgängerbrücke und Bepflanzung, wurden von Bürgern, Vereinen, Firmen und der Gemeindeverwaltung beachtliche Spendenmittel zur Verfügung gestellt. Die Höhe der Geldspenden betrug über 6000 Euro, die der Sachspenden und Sachleistungen etwa 9000 Euro.
 
Am 3. Juni 2005, anläßlich des 140. Jahrestags ihrer Aufstellung, konnte die restaurierte Triangulationssäule und das sie umgebende, neu gestaltete, gartenähnliche Areal mit einem kleinen Festakt und anschließendem Volksfest übergeben werden. Jetzt gilt es, sie weiterhin zu schützen und zu bewahrenund das Umfeld zu pflegen.
 
(Stand Jan. 2017)
 
 
 
Lageplan
Lageplan
 
Historische Postkarte
 
Säulenbasis
 
Erneuerungen am Schriftfeld
 
Wiedererrichtung Brücke
 
vor der Enthüllung
 
feierliche Einweihung
 
Einweihungsfeier
 
Schriftfeld